Google for Jobs startet in Deutschland

Schon lange ist der Arbeitsmarkt auch im Internet angekommen. Es existieren unzählige Jobbörsen und berufliche soziale Netzwerke wie Xing oder LinkedIn, die angebotene Stellen von Unternehmen und potentielle Bewerber zusammenbringen. Zu Beginn einer Jobsuche steht jedoch in mehr als 75% der Fälle die Suchmaschine Google an erster Stelle. Hier beginnt die Suche nach interessanten Stellenangeboten, Nutzer informieren sich über Jobs in der Region, das durchschnittliche Gehalt und vieles mehr.

Dieses Phänomen macht sich Google zunutze und startet 2019 einen eigenen Service zur Vermittlung von Arbeitnehmern und Arbeitgebern: Google for Jobs. Dabei werden dem Nutzer potentielle Stellenangebote bereits auf Google selbst angezeigt und ohne, dass der Nutzer erst eine weitere Website aufrufen muss. Wie Google for Jobs genau funktioniert, sie davon profitieren können und welche Auswirkungen das auf den digitalen Arbeitsmarkt hat erfahren Sie in diesem Artikel.

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Autor: Michael Hammer
Position: SEO Berater
Aktualisiert:

Inhaltsverzeichnis:

Google for Jobs startet in Deutschland

Schon lange ist der Arbeitsmarkt auch im Internet angekommen. Es existieren unzählige Jobbörsen und berufliche soziale Netzwerke wie Xing oder LinkedIn, die angebotene Stellen von Unternehmen und potentielle Bewerber zusammenbringen. Zu Beginn einer Jobsuche steht jedoch in mehr als 75% der Fälle die Suchmaschine Google an erster Stelle. Hier beginnt die Suche nach interessanten Stellenangeboten, Nutzer informieren sich über Jobs in der Region, das durchschnittliche Gehalt und vieles mehr.

Dieses Phänomen macht sich Google zunutze und startet 2019 einen eigenen Service zur Vermittlung von Arbeitnehmern und Arbeitgebern: Google for Jobs. Dabei werden dem Nutzer potentielle Stellenangebote bereits auf Google selbst angezeigt und ohne, dass der Nutzer erst eine weitere Website aufrufen muss. Wie Google for Jobs genau funktioniert, sie davon profitieren können und welche Auswirkungen das auf den digitalen Arbeitsmarkt hat erfahren Sie in diesem Artikel.

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Autor: Michael Hammer
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Was ist Google for Jobs?

Google for Jobs ist Googles Versuch im Arbeitsmarkt Fuß zu fassen. Während Jobbörsen oder Karrierseiten von Unternehmen auf ein hohes Suchergebnis bei Google und anderen Suchmaschinen angewiesen sind und Nutzer erst die Website der jeweiligen Jobbörse besuchen müssen, bildet Google nun Jobangebote direkt auf der eigenen Suchmaschine ab. Dabei versucht Google unterschiedliche Stellenausschreibungen der gleichen Firma gebündelt darzustellen und setzt Links zur jeweiligen Website der Veröffentlichung.

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Screenshot: Google for Jobs mit Links zu anderen Jobbörsen

Dieser offensive Schritt seitens Google verwundert wenig, denn über die entsprechenden Daten verfügt der Online-Riese ohnehin. Zudem setzt die Suchmaschine Google sich das Ziel die Suchintention bzw. den Bedarf, der hinter einer Suchanfrage steht, möglichst gut abzudecken. Ein eigener Service wird diesem Anspruch gerecht, da Nutzer nun nicht mehr verschiedene Jobbörsen nach Stellenausschreibungen durchsuchen müssen, sondern alle relevanten Informationen gebündelt bei Google selbst finden.

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Screenshot: Google for Jobs Snippet Region Stuttgart

Wie funktioniert Google for Jobs?

Google for Jobs ist eine Art Jobsuche innerhalb der Google-Suche. Durchforstet werden Websites von Unternehmen, Karriereportale und Jobbörsen – die entdeckten Stellen werden direkt als sogenannte Rich Result bzw. Enriched Search Results vor den eigentlichen Suchvorschlägen angezeigt. Vorausgesetzt Google erkennt, dass es sich dabei um eine Stellenausschreibung handelt.

Die Funktionsweise ist für den Nutzer identisch zur eigentlichen Google Suche: man gibt einen Suchbegriff ein und bestätigt diesen. Identifiziert Google den Suchbegriff als Jobsuche werden je nach Nutzer (z.B. demografische Merkmale, etc.) und Suchanfrage unterschiedliche Jobs angezeigt.

Von nun an muss sich niemand mehr mühsam durch verschiedene Jobportale klicken, die oftmals sowieso nur dieselben Stellen beinhalten. Stattdessen fasst Google for Jobs sämtliche relevanten Jobangebote zusammen und präsentiert sie adäquat der oder dem Jobsuchenden.

Die Auswirkungen auf Jobbörsen

Fast Dreiviertel aller Unternehmen schreiben ihre Stellen auf Jobbörsen aus, mehr als ein Viertel der Jobsuchenden in Deutschland nutzen Xing. Mit dem Google for Jobs Update 2020 lässt Google nun die Säbel rasseln und rollt den Service auch hierzulande offiziell aus: Die Aktualisierung ist ein direkter Angriff auf konventionelle Jobbörsen wie Indeed, LinkedIn oder eben Xing.

Denn statt einem klassischen Wettbewerb um die ersten Plätze der Google Suchergebnisse (wessen Seite hat die besten Inhalte, wessen Seite passt am Besten zur Suchanfrage, etc.) positioniert sich Google noch vor der ersten Position in den Suchergebnissen mit dem Google for Jobs Result. Dadurch werden Nutzer stets zuerst mit der hauseigenen Google Jobbörse konfrontiert, bevor sie weiter scrollen und die Suchergebnisse anderer Jobbörsen zu Gesicht bekommen.

Einerseits schießt sich Google damit ein Stück weit ins eigene Bein. Denn Stellenausschreibungen werden oftmals mit Google Ads beworben und dadurch üblicherweise ganz oben auf den Google Ergebnissseiten angezeigt. Da dies nicht mehr der Fall ist entgeht Google Werbebudget für die wegfallenden Klicks der Werbeanzeigen.

Andererseits schießt Google die Konkurrenz auch ein Stück weit ins Aus. Denn mit Google for Jobs garantiert Google bei Suchanfragen zum Thema „Stellensuche“ immer als erstes angezeigt zu werden. Für den Nutzer stellt dies ganz klar eine Verbesserung dar: alle Jobs werden gebündelt auf Google dargestellt und man braucht sich nicht mehr durch verschiedene Jobbörsen klicken. Klassische Jobbörsen und Jobportale sind dadurch allerdings ebenso klar im Nachteil.

Haben klassische online Jobbörsen also bald ausgedient? Davon ist aktuell nicht auszugehen. Viele Nutzer sind noch nicht mit Google for Jobs vertraut und greifen daher auf die klassischen Angebote von Jobportalen wie Xing oder LinkedIn zurück. Da diese Portale zudem die Funktion von sozialen Netzwerken wahrnehmen, ist ein drastischer Abgang der Nutzer zunächst nicht zu erwarten (Stichwort „Lock-in-Effekt„).

Vorteile & Risiken

Google bietet sowohl Stellensuchenden als auch Unternehmen eine praktische Möglichkeit, ihre Sichtbarkeit zu erhöhen. Welche Vorteile und Nachteile gehen also mit Google for Jobs einher?

Für Arbeitnehmer

Vorteile Risiken
Alle relevanten Jobstellen an einem Ort Keine
Google passt die vorgestellten Stellenanzeigen individuell auf den Nutzer an
Praktische Filter ermöglichen es, die Suchanfrage näher einzugrenzen

Für Arbeitgeber

Vorteile Risiken
Reichweite von Stellenausschreibunen kann ganz einfach vergrössert werden Zusatzaufwand beim Schema Markup
Qualitativere Bewerbungen, da Arbeitnehmer besser nach passenden Stellen filtern können
Google Algorithmen spielen Anzeigen an passende Nutzer aus
Interaktivere Ergebnisse inkl. Logo, Rezensionen, Jobdetails und mehr
Mehr motivierte Bewerber, eine höhere Bewerberqualität und höhere Chancen auf Conversions

Zusammengefasst: Google Jobs ist nicht nur für Jobsuchende praktisch. Auch für Unternehmen erleichtert es das Suchen und Finden geeigneter Talente deutlich – und bringt zusammen, was zusammen gehört.

Google for Jobs einrichten – Checkliste

Sie interessieren sich für Google for Jobs und möchten Ihre Bewerber zukünftig ebenfalls über Googles neue Jobbörse erreichen? Hier finden Sie alle notwendigen Informationen, um Ihre Stellenanzeigen „Google for Jobs“-gerecht aufzubereiten:

Unternehmen mit Bewerbungsaktivitäten bei klassischen Jobportalen wie Xing, LinkedIn, etc.

  • Ihre Stellenanzeigen bei Jobportalen werden von Google automatisch ausgelesen und bei Googel for Jobs aufgenommen
  • Für die Zukunft sollten Sie sich überlegen, ob Sie weiterhin auf kostenpflichtige Stellenanzeigen bei Jobbportalen angewiesen sind oder selbst dafür sorgen bei Google for Jobs gelistet zu werden

Unternehmen ohne Bewerbungsaktivitäten bei klassischen Jobportalen wie Xing, LinkedIn, etc.

  • Sie sollten alle Stellenangebote auf Ihrer Karrierseite mit einem JobPosting Markup versehen. Dadurch identifizert der Google Bot den Content als Stellenausschreibung und nimmt ihn bei Google for Jobs auf

Stellenanzeigen bei Google for Jobs schalten

Grundsätzlich gibt es zwei unterschiedliche Möglichkeiten, dass eigene Stellenausschreibungen bei Google for Jobs angezeigt werden:

  • Man erstellt Stellenanzeigen bei LinkedIn oder Xing und Google übernimmt diese dann automatisch in die eigene Jobbörse
  • Man stattet Stellenausschreibungen auf der eigenen Website mit dem passenden Schema Markup aus

Unternehmen, deren HR Aktivitäten bereits klassische Jobbörsen und Jobportale umfassen, müssen dementsprechend nichts weiter unternehmen. Google zieht sich die benötigten Informationen einfach aus dem öffentlich zugänglichen Stellenprofil bei anderen Jobbörsen.

Allerdings sollte man sich hier mit dem Gedanken auseinandersetzen, welcher Kanal die besten Ergebnisse bzw. qualifiziertesten Bewerber liefert – die Jobbörse oder die eigene Website? Die Vorteile Bewerber auf die eigene Website zu locken sind, dass diese selbstverständlich getrackt werden können. Zudem ist das Layout und Corporate Design der Website (hoffentlich) aussagekräftiger im Vergleich zum Layout und Corporate Design von Jobbörsen und führt zu einer höheren Conversion Rate.

Aber der größte Vorteil besteht in geringeren Kosten für Unternehmen. Die meisten Unternehmen setzen zwar auf Stellenanzeigen bei Jobportalen, haben die Stellenangebote jedoch zusätzlich im eigenen Karriere-Bereich der Website. Versieht man das Stellenangebot auf der eigenen Website mit einem Schema Markup, kann man sich die Kosten für Jobportale sparen.

Schema Markup JobPosting

Schema Markup dient dazu die eigenen Websiteinhalte für Crawler verständlicher darzustellen. Hierfür existieren neben theoretisch unzähligen Kombinationsmöglichkeiten den eigenen Content zu kennzeichnen auch vorgefertigte Schema Markups zur Verfügung – z.B. das JobPosting Markup. Dieses Markup hat den Zweck Suchmaschinen zu vermitteln, dass es sich bei dem mit diesem JobPosting Markup hinterlegten Content um eine Stellenanzeige handelt.

Das bedeutet im Umkehrschluss, dass Websitebetreiber jede einzelne Stellenanzeige mit einem JobPosting Markup hinterlegen müssen. Dadurch gewährleisten sie, dass der Google Bot die Stellenanzeige als solche identifiziert und bei Google for Jobs mitaufnimmt. Zum Glück gibt es dafür inzwischen zahlreiche Plugins für die gängigen Content Management Systeme. Aber auch ohne Plugin lässt sich das unter Zuhilfenahme eines Webentwicklers ganz einfach bewerkstelligen.

Jedes Markup besteht aus mehreren Variablen bzw. Feldern. Einige davon sind verpflichtend und müssen ausgefüllt werden (Stellenbeschreibung, Datum der Anziege, …), andere sind optional und können bei Bedarf ausgefüllt werden. Jeder, der schon einmal mit Schema Markups zu tun hatte kennt das bereits – das JobMarkup unterscheidet sich nicht im geringsten von anderen Markups.

JobPosting Schema Markup im JSON-LD Format:

<html>
  <head>
    <title>Software Engineer</title>
    <script type="application/ld+json">
    {
      "@context" : "https://schema.org/",
      "@type" : "JobPosting",
      "title" : "Software Engineer",
      "description" : "<p>Google aspires to be an organization that reflects the globally diverse audience that our products and technology serve. We believe that in addition to hiring the best talent, a diversity of perspectives, ideas and cultures leads to the creation of better products and services.</p>",
      "identifier": {
        "@type": "PropertyValue",
        "name": "Google",
        "value": "1234567"
      },
      "datePosted" : "2017-01-18",
      "validThrough" : "2017-03-18T00:00",
      "employmentType" : "CONTRACTOR",
      "hiringOrganization" : {
        "@type" : "Organization",
        "name" : "Google",
        "sameAs" : "http://www.google.com",
        "logo" : "http://www.example.com/images/logo.png"
      },
      "jobLocation": {
      "@type": "Place",
        "address": {
        "@type": "PostalAddress",
        "streetAddress": "1600 Amphitheatre Pkwy",
        "addressLocality": "Mountain View",
        "addressRegion": "CA",
        "postalCode": "94043",
        "addressCountry": "US"
        }
      },
      "baseSalary": {
        "@type": "MonetaryAmount",
        "currency": "USD",
        "value": {
          "@type": "QuantitativeValue",
          "value": 40.00,
          "unitText": "HOUR"
        }
      }
    }
    </script>
  </head>
  <body>
  </body>
</html>

Was auf den ersten Blick womöglich befremdlich und unübersichtlich wirkt, ist in Wahrheit bloß eine ungewohnte Darstellung von Informationen für den Suchmaschinen Bots. Statt dem Bot aufbereiteten Content auf der Website zu zeigen (Überschriften, Paragraphen, Bilder, Text, …), zeigen wir ihm hier einen JSON-LD Code im Quelltext der Seite. Das JSON-LD Markup oben bietet Informationen über:

  • Titel der Stellenausschreibung (title)
  • Beschreibung der Stellenausschreibung (description)
  • Informationen zum Unternehmen der Stellenausschreibung (identifier bzw. hiringOrganization)
  • Datum der Stellenanzeige
    • Veröffentlicht am (datePosted)
    • Gültig bis (validThrough)
  • Art der Anstellung (employmentType)
  • Ort der Anstellung (jobLocation)
  • Informationen zum Gehalt (baseSalary)

Nicht jedes der genannten Attribute ist verpflichtend für ein funktionierendes und von Google anerkanntes Schema Markup. Darüber hinaus gibt es außerdem weitere, optionale Attribute, wie z.B. Informationen zum Aufgabenbereich der Stelle, Informationen über die erforderliche Qualifikation oder die erforderliche Erfahrung des Bewerbers, usw. Allerdings bietet zumindest meiner Meinung nach jedes eiznelne nur Vorteile – zumindest für den Bewerber. Ob Sie selbst Nachteile erfahren, weil die Konkurrenz bspw. Angaben zum Gehalt Ihrer Mitarbeiter einsehen oder Rückschlüsse auf deren Qualifikation ziehen kann, müssen Sie allerdings selbst entscheiden. Dass diese Informationen zumindest unter vorgehaltener Hand in vielen Branchen sowieso bekannt sind, brauche ich Ihnen ja nicht zu erzählen.

Eine gute und einfach Möglichkeit zum Erstellen von JobPosting Markups findet sich im Technical SEO Schema Markup Generator. Dort brauchen Sie lediglich einige Felder mit Informationen zu Ihrer Stellenausschreibung ausfüllen und das Tool generiert ein fertiges JobPosting Markup. Unternehmen mit einem großen Karrierebereich und vielen Stellenausschreibungen sollten stattdessen zu einer Entwicklerlösung greifen, die Informationen aus der Seite mit Stellenausschreibung ausliest und diese im korrekten JSON-LD Format als JobPosting Markup im Quellcode hinterlegt. Auf diese Art und Weise wird auch bei unterschiedlichen und wechselnden Stellenausschreibungen garantiert, dass diese korrekt und sofort als Schema Markup hinterlegt und von Google ausgelesen werden können.

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